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Via Lewandowsky  " ohne Worte"

Seit der documenta IX überrascht Via Lewandowsky immer wieder mit Arbeiten, die sich mit Sprache auseinandersetzen. Es können poetische Bilder, Tautologien und Missverständnisse von Begriffen oder Sätzen sein, die oft zu einem kritischen Diskurs mit unterschwelligen Humor führen. Dabei treten die Worte im Gegenstand der Arbeiten in unterschiedlicher Gestalt auf. Einmal als Illustration des Wortes „Reinheit“, 2021 eines mit einer Christbaumbeleuchtung umwickelten Besens oder ein andermal als Titelerklärung einer Neonschrift „Der Titel verweist auf ein nicht darstellbares Bild“, 2022. Ein lapidares „so so“ in Neonschrift wird im Titel zum „SOS“, 2021 und „Form und Zweck“, 2021 heißt eine mit Gußharz und Goldglimmer verfestigte Sandform des Berliner Reichstagsgebäudes. Obwohl nichts an diesen Arbeiten „ohne Worte“ ist, wie der Titel der Ausstellung vorgibt, bleibt der Betrachter bei der Verstrickung von Bedeutungsebenen wortlos zurück. Es hilft „Der Blick aus dem Fenster des Künstlers“, 2021 auf die die Realitäten des Alltages aus denen Via Lewandowsky kräftig schöpft: da hängt aus einer Netto-Einkaufstüte ein gelber Neon- bogen heraus. Es gibt eben doch nichts, das so ist, wie es scheint.